
Sara, Marcel, Matthias, Beat & Thomas
Es ist bald ein Jahr her, da war in Schladming vom Skifahren die Rede. Zum einen, weil ja die WM bald anstand, zum anderen, weil mit dem Weltcupfinale die Generalprobe in vollem Gange war. Die Saison war lange und spannend und Marcel Hirscher stand unmittelbar davor, sich zum alpinen Alleinherrscher aufzuschwingen. Als Österreicher wusste man das natürlich schon vor dem großen Finale. Die Kollegen von der Schweizer Presse wollten das freilich nicht wahrhaben. Und so trug es sich zu, dass – getragen von nachbarschaftlichem Konkurrenzdenken und patriotischem Sportsgeist – eine Wette abgeschlossen wurde. Marcel Perren vom “Blick” prophezeihte das bessere Ende für Beat Feuz, Kollege Thomas Huber und ich folgten unserem untrüglichen Instinkt, was den Sport betrifft (Die Plätze eins & zwei bei der internen Fußball-WM-Wette, an der sich zumindest der halbe Styria-Konzern beteiligte, bezeugen meine Worte.) und setzten auf den Salzburger. Natürlich waren wir so fair, den Eidgenossen auf seine unabwendbare Niederlage hinzuweisen, bevor wir die Wette besiegelten.
Er wollte nicht hören.Ich muss nicht erwähnen, wer gewonnen hat. “Kalt wie eine Hundeschnauze”, war der anerkennende Kommentar Marcels über Marcel. Der Sieg war allerdings überschattet von den gesundheitlichen Problemen des Schweizer Abfahrtswunders. Letztlich musste der sympatische Berner die Skistöcke ins Eck stellen, um seinem Knie die erforderliche Pause einzuräumen. Und so muss Beat Feuz auch bei der WM in Schladming zusehen.
Als wir vor wenigen Tagen Marcel Perren wieder getroffen haben, lud er uns für Samstag in die Schweizer Residenz am Schladminger Hauptplatz ein, um seine Schuld mit geschmolzenem Käse und zu begleichen. Wir kämpften uns also durch euphorisierte Menschenmassen, während ein Leningrad Cowboy in Lederhosen “a Liad fia uns” zum besten gab. Marcel saß schon am Tisch, als wir im Schweizer Haus ankamen. Ihm gegenüber saß Beat Feuz, der uns grüßte und den Blick-Redakteur mit einem diebischen Lächeln fragte, ob er schon wieder eine Wette verloren hätte. “Der Grund dafür warst du”, erwiderte Marcel und erläuterte die näheren Umstände. Dann beglich er seine Schuld.
An dieser Stelle möchten wir uns für einen netten Abend mit guter Unterhaltung und ausgezeichnetem Essen bedanken! Und wir wünschen unserem ehrenwerten Kollegen, dass er bald wieder über Erfolge von Beat Feuz berichten kann. Die nächste Wette läuft übrigens. Sotschi, wir kommen!